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Foto: Evelin Frerk

25. 04.

Ein Naumburger Stadtstreicher ermuntert ein kleines Genie?

Ernst Ortlepp und Friedrich Nietzsche - Vortrag von Prof. Hermann Josef Schmidt in Naumburg

Der politische, zuletzt völlig verarmte Dichter Ernst Ortlepp, der seit 1830 von der preußischen Zensur sowie von dem mächtigsten Mann Europas, dem österreichischen Staatskanzler Fürst von Metternich verfolgt wurde, hielt sich von 1853 bis zu seinem Tod 1864 häufig in Naumburg auf. Er gab Nietzsche von seiner späten Naumburger Kindheit bis hin zur Prima wohl entscheidende Anregungen. Dennoch fällt Nietzsches Ortleppbezug in einer genetisch wenig interessierten Nietzscheinterpretation wohl noch immer unter die Tabus. Der Vortrag bietet gesammelte Belege, Indizien, Überlegungen und Hypothesen.

Hermann Josef Schmidt (Jahrgang 39) wurde bereits 1962 Mitglied der Humanistischen Union und initiierte später mit Freunden den Bundesverband der Humanistischen Studenten-Union (HSU), deren erster Vorsitzender er von 1964 bis 1966 war. 1968 promovierte er an der Universität Freiburg im Breisgau mit einer Untersuchung über Nietzsche und Sokrates. Von 1969 an lehrte er Philosophie an der PH Ruhr, Dortmund; und ab 1980 an der Universität Dortmund. Besondere Interessengebiete: Aufklärung durch Philosophie-, Weltanschauungs- und Religionskritik; Antike; Nietzscheforschung. Schmidt erwarb sich den Ruf als einer der profundesten Nietzsche-Interpreten unserer Zeit, versteht seine Veröffentlichungen zu Nietzsche allerdings als 'Sondervoten'.

Hermann Josef Schmidt ist Vorsitzender des Kuratoriums der Giordano-Bruno-Stiftung.