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Alibri Verlag

31. 10.

"Machtkampf. Die Geburt der Staatskirche"

Vom Sieg des Katholizismus und den Folgen für Europa - Lesung und Diskussion mit dem Althistoriker Rolf Bergmeier in München

Am 28. Februar 380 wird die Grundlage für eine der folgenreichsten Veränderung der Welt gelegt: Der römische Kaiser Theodosius erlässt das Edikt Cunctos populos. Er verbietet die bisherigen "heidnischen" Religionen, wählt aus einem Bündel von Jesus-Bewegungen eine Konfession aus und unterwirft alle Bürger des römischen Reiches dieser Religion, die er "katholisch" nennt. Der Erlass verknüpft Staat und katholische Kirche zu einer mächtigen Einheit und bildet die Ouvertüre zu einer Gesellschafts- und Kulturrevolution von explosiver Kraft, die Europa grundlegend verändern und die Welt bis in die fernsten Ecken erschüttern wird.

Das Buch analysiert den Weg dorthin: Wie sich der Katholizismus vom ursprünglichen Christentum trennt und wie eine Allianz aus Thron und Altar Mitteleuropa klerikalisiert, enturbanisiert und feudalisiert. Und es fragt sich, wie es geschehen kann, dass ein Religions-Tsunami voll leidenschaftlichem Pathos und kaum zu zügelnder Kraft über Europas Geschichte hinweg rollt, der die ökonomische, soziale und kulturelle Entwicklung ganzer Kontinente auf den Kopf stellt und dessen Geburt dennoch in der historischen Forschung kaum Beachtung findet.

Zum Refrenten:
Rolf Bergmeier (Althistoriker) ist schriftstellerisch tätig und Autor diverser Publikationen, die sich mit der Schnittstelle "Alte Geschichte, frühes Mittelalter und Kirchengeschichte" beschäftigen. Neben dem Buch "Christlich-abendländische Kultur - Eine Legende" (2014) hat er auch die Titel "Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums: Die Legende vom ersten christlichen Kaiser" (2010) und "Schatten über Europa. Der Untergang der antiken Kultur" (2012) veröffentlicht. Erst im letzten Jahr kam mit "Karl der Große: Die Korrektur eines Mythos" ein weiteres Buch auf den Markt. Mit "Machtkampf. Die Geburt der Staatskirche" legt er seine neueste Publikation vor. Rolf Bergmeier ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.