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Foto: Evelin Frerk

15. 01.

Christlich-abendländische Kultur - Eine Legende

Vortrag von Rolf Bergmeier an der Universität Mainz

Grundlage der "christlich-abendländischen Kultur" ist die griechisch-römische Kultur, die ab dem 12. Jahrhundert nach einer mehr als 500jährigen Dunkelzeit im lateinsprachigen Europa aus dem arabischsprachigen Raum (via Toledo und Sizilien) zurück zu ihren Quellen fand und die Renaissance einläutete. Das Christentum in Gestalt des im Jahre 380 von Kaiser Theodosius zur Staatsreligion erhobenen Katholizismus ist dagegen im Vergleich mit der antiken Kultur lediglich eine Teilkultur, spezialisiert auf die Verehrung Gottes.

Sie hat das "Abendland" zwar geprägt, aber zugleich die wissenschaftlich-geistige und säkular-kulturelle Entwicklung Europas entscheidend behindert und ist für die geistige-wissenschaftliche und demokratisch-gesellschaftliche Entwicklung Europas von geringerer Bedeutung als die unvergesslichen Werke der Antike und die in der Aufklärung formulierten Werte zur individuellen Freiheit und politischen Mitbestimmung.

Zum Refrenten:
Rolf Bergmeier (Althistoriker) ist schriftstellerisch tätig und Autor diverser Publikationen, die sich mit der Schnittstelle "Alte Geschichte, frühes Mittelalter und Kirchengeschichte" beschäftigen. Neben dem Buch "Christlich-abendländische Kultur - Eine Legende" (2014) hat er auch die Titel "Kaiser Konstantin und die wilden Jahre des Christentums: Die Legende vom ersten christlichen Kaiser" (2010) und "Schatten über Europa. Der Untergang der antiken Kultur" (2012) veröffentlicht. Erst im letzten Jahr kam mit "Karl der Große: Die Korrektur eines Mythos" ein weiteres Buch auf den Markt, gefolgt von der Publikation "Machtkampf. Die Geburt der Staatskirche". Rolf Bergmeier ist Mitglied im Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung.

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