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18. 05.

Die Gefahr des politischen Islam - Religion als Privatsache und nicht als Staatsangelegenheit

Vortrag von Dr. Lale Akgün in Stuttgart

Dr. Lale Akgün, die sich als liberale Muslimin versteht, formulierte bereits in ihrem Buch „Aufstand der Kopftuchmädchen“ kritische Positionen zu den aktuellen Debatten um Islam und Muslime und legte in dem Buch die Grundzüge eines modernen Islam-Verständnisses dar. In ihrem Vortrag geht die in Istanbul geborene frühere SPD-Bundestagsabgeordnete auf die verschiedensten Fragen und Probleme zum Themenkomplex „Islam und Muslime in der westlichen Welt“ ein.

Die Rolle der Islamverbände, das Verhältnis von Religion und Staat, das Frauenbild von Muslimen und die Entwicklung des konservativen, orthodoxen Islam in Deutschland werden thematisiert. Die Entwicklung, dass der Islam immer rigider, immer orthodoxer ausgelegt wird, ein ideologisierter politischer Islam wird, zeigt Wirkung.

Lale Akgün kritisiert immer wieder die fatale Wirkung einer Art staatlichen Anerkennung der orthodoxen Islamverbände als angebliche Stimme der Muslime, entsteht hier doch ein schiefes Bild vom Denken und Leben der Anhänger des Islam in Deutschland. Sie fordert eine Abkehr von der wortwörtlichen Auslegung des Koran, hin zu einer zeitgemäßen Interpretation für die moderne Zeit.

Um in einer multireligiösen Gesellschaft eine allseitige und gleichrangige Anerkennung der Religionen zu bewirken, bedürfe es der konsequenteren Umsetzung einer Trennung von Religion und Staat.

Zur Referentin:
Lale Akgün ist mit neun Jahren nach Deutschland gekommen. Nach dem Studium der Medizin und Psychologie promovierte sie an der Universität Köln im Themenbereich Ethnopsychologie zum Dr. rer. nat. Von Februar 1997 bis September 2002 baute sie das Landeszentrum für Zuwanderung (LzZ) auf und leitete es. 1980 nahm sie die deutsche Staatsangehörigkeit an und trat 1982 in die SPD ein. Von Oktober 2002 bis Oktober 2009 war sie Mitglied des Deutschen Bundestags. Seit dem 1. März 2013 ist sie die Leiterin der Stabsstelle „Fairer Handel und nachhaltige Beschaffung“ in der Staatskanzlei des Landes NRW. Lale Akgün ist Trägerin des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und Trägerin des Giesberts-Lewin-Preises. Sie hat zahlreiche Artikel und Bücher zu den Themenkreisen Einwanderung, Integration und Interkulturalität veröffentlicht.

Achtung:
Verkauf nur an der Abendkasse
Kartenreservierung ist möglich unter reservierung@gbs-stuttgart.de