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Termine

Foto: Evelin Frerk

12. 11.

Über den frauenfeindlichen Charakter des politischen Islam

Vortrag von Mina Ahadi in Leipzig

Seit mehr als 36 Jahren ist im Iran eine islamische Regierung an der Macht. Ein wesentliches Merkmal jeder islamischen politischen Herrschaft ist die Frauenfeindlichkeit. Gesetz, Kultur und Tradition des heutigen islamischen Regimes beruht auf Geschlechterapartheid und Entrechtung der Frau. Wie aber leben Millionen von Frauen im heutigen Iran, wie arbeiten sie und welche Kultur oder Tradition praktizieren sie? Die Veranstaltung mit Mina Ahadi, einer aus dem Iran stammenden Frauen- und Menschenrechtlerin, ermöglicht uns einen genaueren Blick auf die iranische Frauenbewegung der Jahre 1979 bis 2015. Außerdem wird Ahadi gegen den Kopftuchzwang und die damit verflochtenen Einschränkungen in der Bewegungs- und Entscheidungsfreiheit für Frauen und Mädchen Stellung beziehen.

Die breite Bewegung gegen Schariagesetze und frauenfeindliche Kultur im Iran erfordert sehr viel Mut. Die Sehnsucht in großen Teilen der iranischen Jugend nach einem modernen und emanzipierten Leben ist mit Leid und Hoffnung verbunden und verdient unsere Solidarität.

Zur Biografie:
Mina Ahadi wurde 1956 im Iran geboren. Sie musste ihr Medizinstudium nach der islamischen Revolution 1979 abbrechen, da sie als linke Oppositionelle verfolgt wurde. Ihr Mann wurde hingerichtet, sie floh ins kurdische Grenzgebiet zwischen Iran und Irak, wo sie zehn Jahre lang als Partisanin lebte. 1990 kam sie nach Österreich, erhielt dort Asyl und zog 1996 nach Deutschland.

Ihren Kampf für die Frauen- und Menschenrechte führte sie auch in Europa weiter. So gründete sie 2001 das "Komitee gegen Steinigung" und 2004 das "Komitee gegen Todesstrafe". Als Koordinatorin und Sprecherin beider Komitees arbeitete sie weltweit mit Menschenrechtsorganisationen zusammen und rettete dadurch vielen zum Tode Verurteilten das Leben. 2007 war sie Mitgründerin des "Zentralrats der Ex-Muslime", dessen erste Vorsitzende sie heute ist.