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14. 03.

Ideologiekritik & Film 4: Des Teufels Bad

Spielfilm von Veronika Franz & Severin Fiala im Metropol Kino Düsseldorf

Oberösterreich im Jahr 1750: Die junge Agnes heiratet Wolf, einen Mann aus einem anderen Dorf. Frömmigkeit, tiefer Glaube und Aberglaube, vor allem aber harte Arbeit und große Armut bestimmen das Leben. Mit seiner Frau Agnes weiß der homosexuelle Wolf jedoch nichts anzufangen. So erfüllt sich weder Agnes‘ inniger Kinderwunsch, noch wird sie in den Augen der Schwiegermutter ein brauchbarer Teil der neuen Gemeinschaft. Sie gerät in »Teufels Bad« – ein damaliges Synonym für Melancholie und Depression. Bleibt eine Gewalttat der einzige Ausweg?

Der Film basiert auf historischen Gerichtsprotokollen und einem wahren Fall und zeigt ein erschütterndes, bisher unbeleuchtetes Kapitel europäischer (Frauen-)Geschichte. Wer im 17. und 18. Jahrhundert des Lebens müde war, sah sich angesichts religiöser Dogmen und Tabus, die im protestantischen Kulturraum ebenso verbreitet waren wie im katholischen, gezwungen, einen brutalen Ausweg zu wählen: Man ermordete einen anderen Menschen und gestand die Tat. Meist waren die Täter Frauen, die Opfer Kinder. Denn entsprechend der kirchlichen Doktrin galt eine Selbstmörderin als Sünderin. Ewige Höllenqualen waren ihr nach dem Tod sicher. Eine suizidale Frau hingegen, die ihre Tat in der vollen Absicht beging, als Kindsmörderin bestraft und hingerichtet zu werden, konnte auf Vergebung und Freisprechung von ihren Sünden hoffen. Sie starb, ohne selbst Hand an sich zu legen. Allein aus dem deutschsprachigen Raum sind aus dieser Zeit etwa 400 Fälle überliefert.

Veronika Franz und Severin Fiala entwerfen das Psychogramm einer Frau, die von der abgründigen, inhumanen Ordnung ihrer Zeit erdrückt wird. Herausragend gespielt wird sie von Anja Plaschg, die alias »Soap & Skin« auch die eindrückliche Filmmusik komponierte.

Bei der Berlinale 2024 erhielt der Film den Silbernen Bären für die beste Kamera sowie 8 Mal den Österreichischen Filmpreis.

Mit kurzer Einführung vor dem Film.

Filmtrailer
Österreich, Deutschland 2024, Laufzeit: 130 Min., FSK 16


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