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gbs/Saskia Zillekens

05. 02.

»Medizin ist keine Glaubenssache«

Demo gegen das katholische Abtreibungsverbot in Hamm

Der Rechtsstreit zwischen Joachim Volz und dem »christlichen Krankenhaus Lippstadt« geht in die nächste Runde: Wie bei der ersten Instanz in Lippstadt ist auch im Vorfeld der Berufungsverhandlung am 5. Februar in Hamm eine Demonstration geplant. Die »Demo gegen das katholische Abtreibungsverbot« beginnt um 10 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz Hamm.

Der Fall des Lippstädter Chefarztes Joachim Volz, dem von dem katholisch-protestantischen Klinikbetreiber untersagt wurde, weiterhin medizinisch indizierte Schwangerschaftsabbrüche vorzunehmen, hat die bereits totgeglaubte Debatte über die gesetzliche Regelung des Schwangerschaftsabbruchs in Deutschland wieder ins Rollen gebracht. Tatsächlich hat der Rechtsstreit im vergangenen Jahr für viel Aufsehen gesorgt. Die Petition von Joachim Volz wurde rund 300.000-mal unterzeichnet, die Demo zum Gerichtstermin am 8. August 2025 schaffte es sogar in die »Tagesschau« und ins »heute Journal«. Mit der Demonstration am 5. Februar in Hamm soll der Druck auf die Politik nun noch einmal verstärkt werden.

»Religiöse Dogmen dürfen nicht die medizinische Praxis bestimmen, wie dies in einigen Teilen der USA geschieht«, sagt gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon: »Immerhin investieren die kirchlichen Träger hierzulande keinen Cent in den Betrieb ›ihrer‹ Krankenhäuser, die zu 100 Prozent von öffentlichen Zuschüssen und den Krankenkassen getragen werden. Völlig zu Recht hat daher die SPD-Bundestagsfraktion beschlossen, konfessionelle Krankenhäuser zur Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen zu verpflichten.«

Die Demo am Donnerstag, dem 5. Februar, beginnt um 10.00 Uhr mit einer Kundgebung auf dem Marktplatz Hamm und endet mit einer Abschlusskundgebung vor dem Landesarbeitsgericht Hamm. Dabei werden Redebeiträge u.a. von Joachim Volz, Kristina Hänel, Michael Schmidt-Salomon und Ricarda Lang erwartet. Wie schon für die vorangegangene Demo in Lippstadt hat die Giordano-Bruno-Stiftung auch das Plakat für die Demo in Hamm entwickelt. Zudem gibt es auf der gbs-Website abermals Vorschläge für Demoschilder, die man herunterladen und selbst ausdrucken kann.