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14. 05.

Ideologiekritik & Film 6: Akten des Missbrauchs – Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan

Dokumentarfilm von Marcus Bensmann und Anna Kassin im Metropol Kino Düsseldorf

Ein Zufallsfund eröffnet die Spur zu einem geheimen Vatikan-Archiv: Darin lagern Dokumente über unzählbare Verbrechen im Namen der katholischen Kirche. Die Geschichte beginnt bei Andreas Perr aus Bayern. Er wurde als Kind von seinem Priester missbraucht. Die Folgen dieser Taten begleiten ihn bis heute. Obwohl die Taten strafrechtlich verjährt sind, sucht Perr nach Wiedergutmachung. Vor Gericht fordert er deshalb Schmerzensgeld vom Erzbistum München und Freising. Die Dokumentation verfolgt die Spuren des Verfahrens, stößt auf einen brisanten Brief des ehemaligen Papst Benedikt XVI und von dort auf immer mehr interne Schreiben der Kirche, die in ein Netzwerk rund um den Globus führen: in die USA, nach Italien, Portugal, bis nach Kolumbien.

Überall zeigt sich ein ähnliches Muster. Vorwürfe gegen Priester werden gemeldet, Berichte verfasst und nach Rom geschickt – doch Konsequenzen bleiben aus oder verzögern sich über Jahre. Täter werden geschützt. Im Mittelpunkt dieser akribischen Erfassung des Missbrauchs: der Vatikan. In den Archiven des Vatikans lagern bis heute Akten, Briefe und Protokolle des Missbrauchs – Zeugnisse von Verbrechen, Wissen und Entscheidungen. Wie viel wusste die Kirche? Und wer entschied, welcher Täter verfolgt werden sollte, wer unbehelligt bleiben durfte, was verborgen bleibt?

„Akten des Missbrauchs: Die Geschichte eines organisierten Verbrechens im Vatikan“ erzählt von Menschen, die das Schweigen brechen: von Betroffenen, die für Gerechtigkeit kämpfen, von Initiativen, die eigene Archive aufbauen, und von Journalisten, die trotz Widerständen weiter recherchieren. Der Film legt die Strukturen eines Missbrauchs-Systems offen, das jahrzehntelang funktionieren konnte, weil es im Verborgenen blieb. Eine investigative Reise in das Machtzentrum der Kirche – und zu der Frage, wie lange dieses Archiv noch verschlossen bleiben darf.

Im Anschluss an die Filmvorführung laden die Veranstalter zum Q&A mit Marcus Bensmann, dem Reporter hinter der Recherche, ein.

Marcus Bensmann ist seit 2014 bei CORRECTIV auf die Themen Neue Rechte und AfD, russische Einflussnahme, klerikaler Missbrauch und Korruption spezialisiert. 20 Jahre lang berichtete er aus Zentralasien, dem Kaukasus, Afghanistan, Iran und Irak. Seine Themen waren Machtmissbrauch und Korruption sowie die Zusammenarbeit der Bundesregierung und der EU mit den Despoten. Bei CORRECTIV hat er unter anderem zum Abschuss des Flugs MH-17, zur AfD-Finanzierung und gepanschten Krebsmitteln aus der Alten Apotheke in Bottrop recherchiert.

Mit kurzer Einführung vor dem Film.

Filmtrailer
Deutschland, USA, Italien, Portugal, Kolumbien 2026, Laufzeit: 75 Min., FSK 12

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